Verladestation

1 Anders Gjennestad

Herkunft: Norwegen
Lebt in Berlin
Instagram: @andersgjennestad
Bleib einen Moment stehen.
Spürst du den Wind?
Schau jetzt auf die Figur.
Was macht der Wind mit ihr?
Wohin trägt er sie?
Anders hat Schablonen mitgebracht. Er malt Figuren und Schatten. Grundlage für seine Arbeit sind oft Bilder von Menschen. Manchmal sind es unbekannte Personen, inzwischen fragt er aber auch Freunde und Bekannte, ob er sie für seine Kunst fotografieren darf.
Normalerweise arbeitet er an großen Wänden, damit die Leute die Bilder von verschiedenen Seiten sehen können. Aber auf der ibug hat er kleinere Flächen gewählt, um mehrere Bilder machen zu können.
Für seine Schablonen benutzt er unterschiedliche Papierbögen. Daraus schneidet er Formen und schichtet die Bögen so übereinander, dass nach dem Sprayen Konturen, Licht und Schatten entstehen.
Er hat an verschiedenen Orten gemalt. Sein Hauptbild befindet sich an einer Stelle im Backstage Bereich. Man kommt dort nicht direkt vorbei. Sehen kann man es durch eine Öffnung vor der Treppe zur Verladestation. Hier fand er den Ort besonders spannend, weil dort eine Art Windkanal entsteht.
Außerdem mochte er besonders die schon vorhandene Textur der Wand. Die abblätternde Farbe, die Risse und die schon vorhandenen Tags. Er empfindet seine Arbeiten an diesem Ort als Teil einer fortlaufenden Geschichte, die an der Wand erzählt wird. Und ein Projekt, was viele Leute, welche sich nicht einmal kennen, auf unterschiedliche Weise fortführen.
Seine Technik hingegen findet Anders nicht ganz so wichtig. Er mag es gerne, wenn die Leute erst einmal überlegen müssen, wie das Bild entstanden sein könnte.
Anders has brought some stencils with him. He paints figures and shadows. His work is often based on pictures of people. Sometimes they are strangers, but he has now also started asking friends and acquaintances if he can photograph them for his art.
He usually works on large walls so that people can see the pictures from different angles. But at ibug, he has chosen smaller surfaces so that he can create several pictures.
He uses different sheets of paper for his stencils. He cuts shapes out of them and layers the sheets on top of one another so that, after spraying, contours, light and shadow emerge.
He has painted in various locations. His main piece is situated in the backstage area. You don’t pass it directly. You can see it through an opening in front of the stairs leading to the loading bay. He found this spot particularly fascinating because a sort of wind tunnel forms there.
He also particularly liked the existing texture of the wall. The peeling paint, the cracks and the existing tags. He sees his work in this location as part of an ongoing story being told on the wall. And a project that many people, who don’t even know one another, are continuing in their own ways.
His technique, on the other hand, isn’t something Anders considers all that important. He likes it when people have to stop and think about how the image might have been created.
2 Jaiküskeen

Herkunft: Spanien / UK
Instagram: @jaiku187 / @_michaelskeen
Mehrere Kunstschaffende haben dieses Bild zusammen gemalt.
Alle Kunstschaffenden malen anders.
Kannst du sehen:
Wo endet die Kunst von einem Kunstschaffenden?
Wo beginnt die Kunst von jemand anderes?
Das hier gezeigte Werk ist eine Zusammenarbeit von Michael Skeen und j a i k ü 187 .
j a i k ü 187 verwendet oft Neon-Gelb und Schwarz für seine Arbeiten. Er macht Post-Graffiti. Das bedeutet, er malt keine typischen Buchstaben mehr, sondern hat die klassischen Graffitilettern verfremdet und verformt, sodass keine Schrift mehr zu erkennen ist.
Michael Skeen war schon letztes Jahr auf der ibug in Chemnitz. Damals hat er mit erdigen Farben gearbeitet. Letztes Jahr hat er einen ganzen Raum gestaltet, was sehr herausfordernd war. Dieses Mal hat er an mehreren einzelnen Wänden gearbeitet. Auch sein Stil kann man als Post-Graffiti bezeichnen.
The artwork shown here is a collaboration between Michael Skeen and j a i k ü 187
j a i k ü 187often uses neon yellow and black in his work. He creates ‘post-graffiti’. This means he no longer paints typical letters, but has distorted and transformed classic graffiti letters to the point where no text is recognisable.
Michael Skeen was at ibug in Chemnitz last year as well. At the time, he worked with earthy colours. Last year, he designed an entire room, which was very challenging. This time, he has worked on several individual walls. His style can also be described as post-graffiti.
3 Soihe

Herkunft: Frankreich
Lebt in Deutschland, Berlin
Instagram: @SOIHE_CE
Auf dem Bild sind Schwäne.
Hinter dem Bild fließt die Elbe.
Dort leben auch echte Schwäne.
Wie viele Schwäne siehst du?
Siehst du nur gemalte Schwäne?
Oder schwimmt gerade ein echter Schwan vorbei?
Der Schweizer Künstler Soihe ist über München nach Berlin gekommen, um Grafikdesign zu studieren. Mit 26 Jahren ist er erst in die Kunst eingestiegen und arbeitet international, häufig an Kunstprojekten für öffentliche Gebäude. Seine Wurzeln liegen in der Hip-Hop Kultur und er rappt auch in einer Band namens „Arm & Hässlich“ Die Band hat er mit einem französischen Freund und sie rappen in Französisch und deutsch.
Seine aktuelle Arbeit befindet sich unter einer Brücke, wo er Schatten und Regenschutz hat. Er verwendet geometrische Formen, was viel Zeit in Anspruch nimmt, da er viel abkleben muss. Seine größte Herausforderung war der Untergrund, da das Klebeband dort sehr schlecht gehalten hat.
Der Titel seines Werks lautet „Le Language de signes“. Dies ist ein Wortspiel, das einerseits Gebärdensprache (Sprache der Zeichen) bedeutet, andererseits bedeutet „cigne“ Schwan. In seinem Werk greift er die gesamte Umgebung auf. Es soll ein Gespräch zwischen dem Fluss, dem Gebäude und den Vögeln stattfinden.
The artist Soihe only started making art at the age of 26, and now works internationally, often on art projects for public buildings. His roots are in hip-hop culture. He also raps in a band called „Arm & Hässlich“ (Poor & Ugly). They rap in French and German.
His work is under a bridge, where he had shade and shelter from the rain. He uses geometric shapes. This takes him a lot of time, because he has to tape off a lot of lines. His biggest challenge was the surface, because the tape did not stick to the wall.
The title of his work is ‘Le Language de signes’. This is a play on words in French. On the one hand, ‘signes’ means ‘signs’ and refers to sign language; on the other hand, ‘cygne’ is the word for ‘swan’. In his work, he draws on the entire surroundings. The intention is to create a dialogue between the river, the building and the birds.