1 Michael Skeen

Herkunft: UK, Nordwest England

Instagram: @_michaelskeen

Michael schaut sich den Raum genau an.
Seine Formen passen sich an den Raum an.
Bild und Raum gehören zusammen.

Schau dich um.
Wo endet das Bild?
Wo beginnt der Raum?

Michael Skeen war schon letztes Jahr auf der ibug in Chemnitz. Damals hat er mit erdigen Farben gearbeitet. Letztes Jahr hat er einen ganzen Raum gestaltet, was sehr herausfordernd war. Dieses Mal hat er an mehreren einzelnen Wänden gearbeitet.

Er hat verschiedene Wände fotografiert und dann mehrere schnelle Skizzen auf Papier gemacht, um ein Konzept für Formen und Farben zu entwickeln. Seinen Stil kann man als Post-Graffiti bezeichnen.

Besonders mochte er an der Wand im Eingang zum Öltanklager die schräge Linie, die wie eine “Säule” oder ein Abwasserschacht aussieht.

Aktuell verwendet er viel Lila, was zufällig gut zu den diesjährigen Farben der ibug passt.

  1. Arbeit: Kollabo mit Jakü am Pfeiler der Verladestation. Beide machen Post-Graffiti. Deshalb konnten sie trotz Sprachbarriere gut zusammenarbeiten.
  2. Arbeit: Kollabo mit Molly Hankinson, Jaikü, und Dana Alessi an der Rückseite des Sozialgebäudes

Michael Skeen was at ibug in Chemnitz last year as well. Back then, he worked with earthy colors. Last year, he designed an entire room, which was very challenging. This time, he worked on several individual walls.

He photographed various walls and then made several quick sketches on paper to develop a concept for shapes and colors. His style can be described as post-graffiti.

He especially liked the slanted line on the wall at the entrance to the oil storage facility, which looks like a “column” or a sewer shaft.

He’s currently using a lot of purple, which just so happens to go well with this year’s ibug colors.

2 Out I am (x2)

Herkunft: Portugal

Instagram: @out.iam

Die Pflanze braucht Platz. Aber der Raum ist zu klein. Sie versucht, in den Raum zu passen.
Dafür verändert sie ihre Form.
Schau auf deinen Körper.
Mach dich ganz klein.
Dann mach dich ganz groß.
Wie viel Platz brauchst du?

OutIAM begann 2017 mit Paste-Ups. Sie arbeitet nur mit Pinseln und Rollen und verwendet keine Sprühfarbe, weil sie die Textur, die durch Farbrollen und Pinsel entsteht, bevorzugt. Außerdem sind ihr Tape und Sprühdose zu akkurat.

Normalerweise malt sie unförmige Frauenkörper, die in die kleinen Räume, die sie auswählt, nicht wirklich gut hineinpassen. Mit dem Thema des “Nicht-Hineinpassens“ setzt sich die Künstlerin häufig auseinander.

In letzter Zeit verbindet sie außerdem Weiblichkeit mit Natur und lässt pflanzliche Motive in ihre Kunst einfließen.

Auch Muster und Ebenen spielen in OutIAM´s Arbeit eine wichtige Rolle.

Ein zentrales Motiv auf der ibug ist eine Bananenpflanze, die versucht, sich an den Raum anzupassen.

OutIAM began creating paste-ups in 2017. She works exclusively with brushes and rollers and does not use spray paint because she prefers the texture created by paint rollers and brushes. She does not use tape or spray cans because she finds them too precise. She usually paints shapeless female bodies that don’t really fit well into the small spaces she chooses. The artist frequently explores the theme of “not fitting in.”

Lately, she has also been linking femininity with nature, which is why she incorporates botanical motifs into her work. A central motif at ibug is a banana plant trying to adapt to its surroundings. Her work focuses heavily on patterns and layers

3 Elisa Veronelli

Herkunft: Italien

Instagram: @veronellie

Elisa kann Farben sehr genau mischen.

Sie schaut genau: Welche Farbe hat die Wand?

Dann mischt sie den gleichen Farbton. 

Wie viele verschiedene Farben kannst du sehen?

Wie viele Arten von Grau findest du? 

Schau dich im Raum um.

Findest du zweimal genau die gleiche Farbe?

Nach Leipzig und Chemnitz malt Elisa jetzt zum 3. Mal auf der ibug.
Sie strebt in ihren Arbeiten nach Ausgeglichenheit und Balance. Ihre besondere Fähigkeit ist es, die Farben, die bereits vor Ort zu finden sind, nachzumischen und so ihr Werk in die Umgebung zu integrieren.

Diese Wand wurde ihr vorgeschlagen. Sie hat den ersten Tag damit verbracht, die Farben des Raums und die originale Wandfarbe zu analysieren. Dann hat sie zunächst die ursprüngliche Wandfarbe wiederhergestellt, anschließend ihre Formen entwickelt und in den Farben des Raums auf die Wand gemalt.

After Leipzig and Chemnitz, Elisa is now painting at ibug for the third time.

In her work, she strives for harmony and balance. Her particular skill lies in mixing the colours already found on site, thereby integrating her artwork into its surroundings.

This wall was suggested to her. She spent the first day analysing the colours of the room and the original wall colour. She then began by restoring the original wall colour, before developing her designs and painting them onto the wall using the colours of the room.

4 Molly Hankinson

Herkunft: UK

Instagram: @mollyhankinson.studio

Schau auf die Frau im Bild.
Schau auf ihre Haltung.

Stell dich genauso hin.
Wie fühlt sich diese Haltung an?

Verändere deine Haltung.
Was fühlt sich jetzt anders an?

Molly Hankinson war schon 2025 auf der ibug in Chemnitz und knüpft nun mit ihren Werken an die Arbeiten vom letzten Jahr an.

Molly arbeitet hier zum ersten Mal mit Kacheln und hat mit den vorhandenen Streben einen Couchtisch gestaltet. Die Figur, die sie gemalt hat, soll sich gut in den Raum integrieren. Hauptsächlich malt Molly weibliche Figuren, da diese im Graffiti und in der Urban Art oft durch den männlichen Blick dargestellt werden und sie eine weibliche Sicht repräsentieren möchte. Modell gestanden hat ihr die Künstlerin, die neben ihr gearbeitet hat.
Molly wollte auch den original Schriftzug “Rauchen verboten” integrieren. Ihre Figur scheint sich darüber hinwegzusetzen.

Molly Hankinson was already at ibug in Chemnitz in 2025, and her current works build on those from last year.

This is Molly’s first time working with tiles, and she has designed a coffee table using the existing supports. The figure she painted is meant to blend seamlessly into the space. Molly primarily paints female figures, as they are often depicted through a male gaze in graffiti and urban art, and she wants to represent a female perspective. The artist who was working next to her served as her model.

Molly also wanted to incorporate the original “No Smoking” sign. Her figure seems to be ignoring it.

5 Theresa Kretsch

Herkunft: Deutschland

Instagram: @therea.kretsch

Theresa Kretsch macht die Stoffe selber.

Sie benutzt dafür eine große Maschine, die Fäden miteinander verwebt.

Dabei untersucht sie ganz viele unterschiedliche Stoffe.

Welche Gegenstände aus Stoff kennst du? Aus welchem Stoff sind sie?

Die Künstlerin Theresa Kretsch war schon bei der ibug 2021 in Flöha dabei. Für ihre Arbeit hat sie verschiedene Stoffmuster mitgebracht. Solche Muster nutzt sie, um zu zeigen, wie ein Stoff aussehen könnte. Theresa arbeitet viel mit Theatern zusammen und gestaltet für sie Kostüme und textile Arbeiten.

Theresa hat Textildesign studiert. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Stoffen und probiert dabei unterschiedliche Techniken aus. Sie arbeitet auf einer industriellen Strickmaschine und experimentiert hier mit verschiedenen Materialien und Strickarten. In ihrer Arbeit gibt es drei Fäden, die zusammenlaufen: die Vorderseite, die Rückseite und die Zwischennaht. Durch diese drei Elemente werden ihre Arbeiten zu dreidimensionalen Werken.

Sie verwendet hauptsächlich Kunstfasern, da Hanf und Leinen in der Strickmaschine zu schnell reißen würden. Ihre künstlichen Materialien erinnern häufig an Raupen und Seide. Mit natürlichen Materialien arbeitet sie seltener. Trotz ihrer Vorliebe für textile Kunst ist ihr bewusst, dass Stoffe schädlich fürs Klima sind und dass man eigentlich weder Baumwolle noch Kunstfaser guten Gewissens kaufen oder tragen kann.

Den Ort im Öltanklager hat sie gezielt ausgewählt. Die Muster und Formen ihrer Arbeit passen gut zu dem Werk von OutIam. Ihre Arbeiten sind aber auch an anderen Orten zu finden, zum Beispiel in der Verladestation auf Ebene 2 und im Mühlengebäude auf Ebene 3.

Theresa studied textile design. She has been working with fabrics for many years, trying out different techniques along the way. She works on an industrial knitting machine, experimenting with various materials and knitting styles. In her work, three threads converge: the front, the back and the centre seam. These three elements transform her pieces into three-dimensional works.

She mainly uses synthetic fibres, as hemp and linen would tear too quickly in the knitting machine. Her synthetic materials often bring to mind silkworms and silk. She works with natural materials less frequently.

Despite her fondness for textile art, she is aware that fabrics are harmful to the climate and that, strictly speaking, one cannot buy or wear either cotton or synthetic fibres with a clear conscience.

She deliberately chose this location in the oil depot. The patterns and shapes in her work complement OutIam’s pieces well. However, her works can also be found in other places, for example at the loading bay on Level 2 and in the mill building on Level 3.

6 Adhocrates

Herkunft: Österreich

Instagram: @deadlemming