1 Nikka & Lu Say: Waschmaschine

Herkunft: Italien | UK, London
Instagram: @nikka.iol | @lu__say
Lu Say und Nika finden es nicht gut, dass Menschen so viel Müll wegschmeißen.
Wir sollen mehr darüber nachdenken, was wir kaufen und was wir wegschmeißen.
Man kann die Waschmaschine auch betreten.
Das geht von vorne und von der Seite.
Probier das gerne aus.
Für die ibug haben Nikka und Lu Say eine überdimensionierte Waschmaschine aus Materialien, die sie von der Brache gesammelt haben, gebaut. Sie haben alte Arbeitskleidung gefunden, die sie in ihr Werk mit eingearbeitet haben. Die Gäste können die Waschmaschine betreten. Es gibt einen Eingang vorne und einen barrierearmen Eingang an der Seite. Überdimensionierte Haushaltsgegenstände sind typisch für das Duo. In der Vergangenheit haben sie beispielsweise einen Kühlschrank gebaut, der ebenfalls begehbar war. Die Waschmaschine ist zusätzlich in Bewegung. Ein Motor dreht das Rad, und es gibt einen Knopf, der Seifenblasen erzeugt. Insgesamt sollte ein Raum entstehen, an den man gerne zurückkehrt und sich sicher fühlt. Mit ihren Arbeiten wollen die Künstlerinnen das Alltägliche auf außergewöhnliche und skurrile Weise aufarbeiten.
Ein zentrales Thema ihrer Installation ist die weibliche Hausarbeit. Diese wurde über Jahrhunderte hinweg ohne Maschinen erledigt. Da ihre Arbeit lustig und ulkig wirkt, sollen die Besuchenden das Gerät danach aus einem anderen Blickwinkel betrachten und dieses Gefühl mit nach Hause nehmen.
Die Skulptur ist auch deshalb aus Müll gestaltet, um auf die problematische Beziehung des Menschen zum Konsum und Wegwerfen hinzuweisen. Beide Künstlerinnen leben von der Kunst und schaffen oft skurrile Installationen, die immer eine politische und gesellschaftliche Kritik beinhalten.
For the ibug festival, Nikka and Lu Say built a huge washing machine from materials they collected from the wasteland. They found old work clothes and used them in their work. Guests can go inside the washing machine. There is a front entrance and a low-barrier side entrance. Oversized household items are typical for the duo. In the past they already built a fridge that people could also walk into. The washing machine also moves. A motor turns the washing machine drum, and there is a button that makes soap bubbles. The goal was to create a space that feels safe, a space people like to come back to. With their work, the two artists want to look at everyday things in a strange and funny way.
A main theme of their installation is women’s housework. For centuries, this work was done without machines. Because their art looks funny and odd, visitors should later see the washing machine in a different way, and take that feeling home with them.
The sculpture is also made from trash to point out a problem: how people consume and throw things away. Both artists make a living from their art. They often create strange installations that always carry a political and social message.
2 PhilosX3

Herkunft: USA, Minneapolis
Instagram: @philosx3
Philosx3 hatte zuerst eine andere Idee.
Dann sprach er mit anderen Menschen auf der ibug.
Sie erzählten sich von ihren Sorgen und Wünschen.
So entstand ein neue Idee.
Jetzt zeigt das Bild Menschen, die sich gegenseitig beschützen.
Wer hilft dir, wenn du dich alleine fühlst?
Wer beschützt dich?
Philosx3 ist zum ersten Mal auf der ibug. Er ist fasziniert von dem großen Gelände, auf dem frei gemalt werden kann. Er hat noch nie in so groß gemalt und hat sich Tipps von einem anderen Künstler (Nemos) geholt.
Am ersten Tag der Kreativwoche hat er sich in einem Gespräch mit anderen Kunstschaffenden über die junge Generation unterhalten. Es ging um die Angst vor der Zukunft. Er möchte dieses Thema in seinem Werk aufgreifen und malte ein Kind, das von anderen beschützt wird.
Normalerweise ist Philosx3 gut vorbereitet. Diesmal hat er aber erst vor Ort die Idee entwickelt. Eigentlich nutzt er nur die Farben Gelb, Schwarz, Blau und Weiß. Diese Farben erinnern ihn an die Fabriken und Industrien in seiner Heimat. Diesmal hat er Grün und Rot genommen, weil das besser zum Thema Hoffnung passt.
Erst dieses Jahr hat er begonnen, selbst zu malen. Vorher hat er in Galerien und Kulturorten vor allem in der Organisation gearbeitet. Seine ersten Erfahrungen mit Kunst machte er in einem Photoshopkurs an seiner Highschool. Dort lernte er, Bilder aus verschiedenen Ebenen aufzubauen. Diese Idee findet sich bis heute in seiner Kunst. Seine Bilder entstehen auf mehreren Ebenen. Auf der ibug bezieht er beispielsweise die Säulen vor der Wand in sein Werk ein. Am liebsten hätte er noch eine weitere Reihe von Säulen genutzt.
Philosx3 is at ibug for the first time. He is fascinated by the vast site where people can paint freely. He has never painted on such a large scale before and has sought advice from another artist (Nemos).
On his first day of the creative weeks, he chatted with other artists about the younger generation. The conversation centred on fears about the future. He wants to explore this theme in his work and has painted a child being protected by others.
Philosx3 is usually well prepared. This time, however, he only developed the idea once he was at the mill. He normally uses only the colours yellow, black, blue and white. These colours remind him of the factories and industrial sites in his home town. This time he used green and red because they fit the theme of hope better.
He only began his career as a painter this year. Before that, he worked mainly in an organisational capacity in galleries and cultural venues.
He gained his first experience with art in a Photoshop course at his secondary school. There, he learnt how to build up images from different layers. This concept is still evident in his art today. His pictures are created on multiple levels. At the ibug, for example, he incorporates the columns in front of the wall into his work. He would have preferred to use another row of columns as well.
3 Cécile Jaillard

Herkunft: Frankreich
Instagram: @cecilejaillard
In Frankreich brennen Wälder.
Menschen sind in Gefahr.
Manche Menschen müssen ihr Zuhause verlassen.
Die Menschen im Bild halten sich die Augen zu.
Sie wollen nicht sehen, was passiert.
Aber das Feuer ist trotzdem da.
Halte dir kurz die Augen zu.
Ist das Feuer noch da?
Was willst du heute nicht sehen?
Cécile war bereits im letzten Jahr auf der ibug in Chemnitz dabei. Sie arbeitet mit Zeitungspapier auf Rollen und macht daraus Paste-ups. Das Papier legt sie dabei auf möglichst glattem Boden aus. Dann bemalt sie es und klebt es wie eine Tapete an die Wand.
Anders als bei ihrem Paste-Up auf der Elbterrasse hat Cécile diese Arbeit mit Farben auf die Wand gemalt. Es ist ihre erste politische Arbeit.
Es geht um die Feuer, die Ende Juli und Anfang August in Frankreich, genauer gesagt in Gironde, in der Nähe von Bordeaux gewütet haben. Der Ort ist jetzt zerstört. Die Menschen dort werden mit ihren Problemen allein gelassen. Cécile kommt selbst aus Frankreich. Sie war schockiert und berührt von dem, was passiert ist. Sie hat Figuren gemalt, die sich die Augen zuhalten. Sie wollen nicht sehen, was passiert, aber es ist zu spät.
Auch in diesem Bild sind Vögel zu sehen, die in ihrer eigenen Sprache sprechen.
Der Titel der Arbeit ist “Mourir á grands feux”. Er ist angelehnt an das französische Sprichwort „Mourir à petits feux“, was übersetzt “ langsam, aber sicher sterben“ und wörtlich „Sterben an kleinen Feuern“ bedeutet.
Cécile took part in the ibug in Chemnitz last year as well. She works with newspaper on rolls, using it to create paste-ups. She lays the paper out on as smooth a surface as possible. She then paints it and sticks it to the wall like wallpaper.
Unlike her paste-up on the Elbe Terrace, Cécile painted this piece directly onto the wall using paint. It is her first political work.
It deals with the fires that raged in France at the end of July and beginning of August – more specifically in Gironde, near Bordeaux. The town is now destroyed. The people there are being left to cope with their problems on their own. Cécile is from France herself. She was shocked and moved by what happened. She has painted figures covering their eyes. They do not want to see what is happening, but it is too late.
Birds can also be seen in this picture, speaking in their own language.
The title of the work is “Mourir á grands feux”. It is based on the French proverb “Mourir à petits feux”, which translates as “to die slowly but surely” and literally means “to die by small fires”.
