1 Janosch Müller

Herkunft: Deutschland, Stuttgart

Instagram: @janosch_mueller_

Das pinke Wesen sieht weich aus. Fast wie ein großes Kuscheltier.

Stell dir vor: Du fasst es an.
Wie fühlt es sich an?

Seit 2018 studiert Janosch Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Auf der ibug hat er dieses Jahr 3 abstrakte Arbeiten hinterlassen.

Es handelt sich um eine Art Mischwesen aus natürlichen und technischen Materialien. Mit dem (illegalen) Malen auf Brachen hat er Erfahrung, deshalb arbeitet er meist schnell und signiert seine Werke auch nicht.

Hier seht ihr ein eher flauschig anmutendes, pinkes Wesen.

Janosch has been studying art at the State Academy of Fine Arts in Stuttgart since 2018. He has left three abstract works at the ibug this year.

They are a sort of hybrid created from natural and technical materials. He has experience of (illegal) painting on derelict sites, which is why he usually works quickly and does not sign his works.

Here you can see a a rather fluffy, pink creature.

2 Yukiko Izumi

Herkunft: Japan
Lebt in New York

Instagram: @yi_design_jp

Yukiko hat nach einer Verbindung zwischen Japan und Deutschland gesucht.

Dabei hat sie eine Geschichte entdeckt. Ein Ehepaar ist nach Japan gezogen. In Japan haben Sie eine Bäckerei eröffnet. Sie verkauften deutschen Baumkuchen. Dieser Baumkuchen heißt „Juchheim“. Viele kennen diesen Namen in Japan.

Findest du die Juchheim-Tüte im Bild? In der Tüte ist Juchheim Baumkuchen.

Schau dich weiter im Zimmer um.
Was entdeckst du noch?

Yukiko Izumi ist eine Künstlerin, die sich intensiv mit der Verbindung zwischen Japan und Deutschland beschäftigt hat.

Ihr kreativer Prozess begann mit monatelanger Recherche. So stieß Sie zum Beispiel auf die Geschichte  des Bäcker-Ehepaars Juchheim, welches um 1909 nach Xiantao in China auswanderte.

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Herr Juchheim in japanische Gefangenschaft. In dieser Zeit war Japan sehr interessiert an den Techniken anderer Länder. Es wurden sogar Ausstellungen organisiert, in denen die Fähigkeiten der Kriegsgefangenen gezeigt wurden.

Herr Juchheim konnte damals sehr gut Baumkuchen backen. Nach seiner Freilassung entschieden sich Herr und Frau Juchheim, in Japan zu bleiben. Sie eröffneten ein Café, in dem sie verschiedene Backwaren und vor allem Baumkuchen anboten. Die Marke, Juchheim, ist heute die bekannteste Baumkuchenmarke in Japan und ist in jedem Supermarkt  zu finden.In Yukikos Werk verstecken sich viele Anspielungen auf die Geschichte der Juchheims. Zum Beispiel stehen zwei Kraniche für das Ehepaar Juchheim, da diese Vögel für Migration stehen. Auch Meißner Porzellan und eine rote Papiertüte, die zur Marke Juchheim gehört, sind in ihrem Bild zu sehen. Zudem wird Getreide gezeigt, was auf den Bezug zum Mehl und zur Backkunst hinweist. Außerdem schafft Yukiko eine dreidimensionale Wirkung in ihren Arbeiten, indem sie typische japanische Raumteiler für Innen- und Außenräume nutzt. Schatten auf dem Boden imitieren eine Tür vor ihrem Wandgemälde. Das Kunstwerk erzählt eine faszinierende Geschichte über die Verbindung zwischen Japan und Deutschland.

Yukiko Izumi is an artist fascinated by the connection between Japan and Germany. Her creative process started with months of research, which led her to the story of the Juchheims, a couple of bakers who emigrated to Xiantao in China around 1909.

After the First World War, Mr. Juchheim was taken prisoner by Japan. At the time, Japan was keen to learn skills from other countries, and even held exhibitions showing off what prisoners of war could do. Mr Juchheim happened to be an excellent baker. His specialty was the german cake called “Baumkuchen”. Once he was released from imprisonment, he and his wife decided to stay in Japan and opened a café selling baked goods, “Baumkuchen” above all. Today, Juchheim is the best-known “Baumkuchen” brand in Japan, sold in every supermarket.

Yukiko’s work is full of hidden references to the Juchheims‘ story. Two cranes represent the couple, since the birds are a symbol of migration. Look closely and you’ll also spot the german Meissen porcelain and a red paper bag from the Juchheim brand, along with grain, nodding to flour and the craft of baking. Yukiko also builds a sense of depth into her work using traditional Japanese room dividers, the kind used both indoors and outdoors, while shadows on the floor create the illusion of a doorway in front of her mural. Altogether, the piece tells a captivating story about the ties between Japan and Germany.

3 Salomé Lubczanski

Herkunft: Frankreich
Lebt in Berlin

Instagram: @salty.cheri

Auf dieses Kunstwerk darfst du dich legen oder hinsetzen.
Die Schwingungen waren einmal verletzende Worte.

Mach es dir bequem.
Schließ die Augen, wenn du möchtest. Spür die Töne in deinem Körper.

Wie fühlt sich das an?

Salomé Lubczanski hat eine,  im Körper spürbare, Installation gebaut.

Das Thema der Arbeit ist “Catcalling”. Catcalling ist ein Begriff für unerwünschte, anstößige Bemerkungen, Pfiffe, Kussgeräusche oder anzügliche Laute im öffentlichen Raum. Meistens erleben dies Frauen oder Mädchen durch fremde Männer auf der Straße.

So kann man an Salomés Kunst teilhaben und sich direkt mit dem Thema auseinandersetzen. Salomé wollte die Arbeit so zugänglich wie möglich gestalten. Deshalb hat Salomé ein Möbelstück gebaut, auf dem die Besuchenden liegen können.

Die Möbel hat Salomé selbst pink lackiert und geschliffen, um sowohl das Abgenutzte der Anmachsprüche als auch die Spuren der Worte  zu zeigen. Die Schwingungen, die man spürt,  wenn man auf der Installation sitzt, sind bearbeitete, ganz tief gezogene Anmachsprüche. Die bearbeiteten Worte werden dann durch Shaker in Vibrationen übersetzt. Sie sind unverständlich, aber dennoch spürbar. Die verletzenden Worte werden dadurch angenehm und gar nicht mehr bedrohlich. Sie werden entmachtet und die Verletzungen verwandeln sich in etwas Beruhigendes..

Salomé hat den Raum bewusst gewählt, da er Licht hat und nicht so einengend wirkt. Zudem ist die Tür schließbar, falls man bei dem schwierigen Thema  kurz seine Ruhe haben möchte.

Salomé Lubczanski built an installation that you can feel in your body.

The theme of the work is „catcalling.“ Catcalling is a word for unwanted, rude comments, whistles, kissing sounds, or dirty noises in public places. Mostly, women and girls experience this from strange men on the street.

This is how people can take part in Salomé’s art and deal with the theme directly. Salomé wanted to make the work as easy to access as possible. So Salomé built a piece of furniture that visitors can lie on.

Salomé painted and sanded the furniture pink herself, to show both the worn-out nature of the pick-up lines and the traces of the words. The vibrations you feel when you sit on the installation are edited pick-up lines, pitched down very low. These edited words are then turned into vibrations by shakers. They are not understandable, but you can still feel them. This turns the hurtful words into something pleasant, no longer threatening at all. They lose their power, and the hurt turns into something calming.

Salomé chose this room on purpose, because it has light and does not feel too tight or closed in. Also, the door can be closed, in case someone wants a quiet moment when thinking about  this difficult topic.

4 Gosp

Herkunft: Deutschland, Leipzig

Instagram: @gosp_ds

Gosp hat diese kleinen Figuren aus Ton gemacht.
Schau sie dir genau an.

Such dir eine Figur aus.
Welche gefällt dir?
Welche findest du unheimlich?

Der Künstler nennt sich Gosp. Er hat schon immer gerne gezeichnet und mit 10 Jahren hat er in Stuttgart mit dem Sprühen angefangen. Zuerst hat er nur normales Graffiti gemacht. Später wurde er zu einem Kunstfestival eingeladen. Dort sollte er jedoch Figuren malen. Das war der Beginn seiner figürlichen Malerei und auch seiner Teilnahme an vielen verschiedenen Kunst-Festivals.

Seine Bilder sind meistens eher düster. Das Malen hilft ihm, seine eigenen Gefühle zu verstehen. Wenn er sich seine fertigen Bilder anschaut, merkt er oft erst später, wie es ihm beim Malen ging.

Gosp benutzt verschiedene Werkzeuge, zum Beispiel Pinsel, Farb-Rollen, Spraydosen, spezielle Stifte für Punkte und Schablonen für gold-schwarze Muster.

In seinen Bildern geht es vor allem um die Beziehung zwischen seinen Figuren. Ihm ist wichtig, wie die Figuren zueinander und zum Raum stehen.

Gosp hat aber nicht nur gemalt. Er hat auch kleine Figuren aus Ton geformt.

The artist goes by the name of Gosp. He has always enjoyed drawing, and at the age of 10 he started spray-painting in Stuttgart. At first, he only did ordinary graffiti. Later, he was invited to an art festival. There, however, he was asked to paint figures. That marked the beginning of his figurative painting and also of his participation in many different art festivals.

His paintings are usually rather sombre. Painting helps him to understand his own feelings. When he looks at his finished paintings, he often only realises later how he was feeling whilst painting them.

Gosp uses various tools, such as brushes, paint rollers, spray cans, special pens for dots and stencils for gold-and-black patterns.

His paintings focus primarily on the relationships between his figures. He attaches great importance to how the figures relate to one another and to the space around them.

But Gosp didn’t just paint. He also moulded small figures out of clay.