Elbpromenade

1 Odour Odessa

Herkunft: Deutschland, Nürnberg

Instagram: @odourodessa

Odour Odessa hat eine Form in einem kaputten Fenster entdeckt.  
Die Form erinnert an eine Blume. Darum hat er eine Tulpe gemalt. 

Tulpen wachsen sonst in Gärten.
Hier ist eine Tulpe auf einer alten Ruine. 

Schau dich auf dem Gelände um.
Findest du eine kaputte Stelle?
Was siehst du dort?

Odour Odessa ist schon zum neunten Mal auf der ibug. 

Bei seiner ersten ibug hat er seine Kunst eher an den Raum angepasst. Bei den späteren Festivals hat er den Kontrast zwischen den kaputten Wänden und seinen klaren Flächen gesucht.

Eigentlich wollte er diesmal eine Holzinstallation bauen, hat diese Idee jedoch wieder verworfen. Seine Inspiration für dieses Kunstwerk waren Formen, die er auf der Brache gesehen hat, vor allem die Umrisse einer kaputten Fensterscheibe. Diese Form findet sich zweimal in der Arbeit in unterschiedlichen Größen. Sie erinnert an eine Blüte, vielleicht von einer Tulpe.

This is Odour Odessa’s ninth time at ibug. At his first ibug, he tended to adapt his art to the space. At later festivals, he sought to highlight the contrast between the crumbling walls and his clean, smooth surfaces.

He actually wanted to build a wooden installation this time, but ultimately rejected the idea. His inspiration for this artwork came from shapes he saw on the vacant lot, especially the outline of a broken windowpane. This shape appears twice in the work, in different sizes. It resembles a flower: perhaps a tulip.

2 Anders Gjennestad

Herkunft: Norwegen
Lebt in Berlin

Instagram: @andersgjennestad

Von wo kannst du die Figur gut sehen?
Geh ein paar Schritte zur Seite.
Geh ein Stück nach unten.

Sieht die Figur jetzt anders aus?
Wo gefällt sie dir am besten?

Anders hat Schablonen mitgebracht. Er malt Figuren und Schatten. Grundlage für seine Arbeit sind oft Bilder von Menschen. Manchmal sind es unbekannte Personen, inzwischen fragt er aber auch Freunde und Bekannte, ob er sie für seine Kunst fotografieren darf.

Für seine Schablonen benutzt er unterschiedliche Papierbögen. Daraus schneidet er Formen und schichtet die Bögen so übereinander, dass nach dem Sprayen Konturen, Licht und Schatten entstehen.

Normalerweise arbeitet er an großen Wänden, damit die Leute die Bilder von verschiedenen Seiten sehen können. Aber auf der ibug hat er kleinere Flächen gewählt, um mehrere Bilder machen zu können.

Sein Hauptbild befindet sich an einer Stelle im Backstage Bereich. Man kommt dort nicht direkt vorbei. Sehen kann man es durch eine Öffnung vor der Treppe zur Verladestation. Er mochte besonders die schon vorhandene Textur der Wand. Die abblätternde Farbe, die Risse und die schon vorhandenen Tags. Er empfindet seine Arbeiten an diesem Ort als Teil einer fortlaufenden Geschichte, die an der Wand erzählt wird. Und ein Projekt, was viele Leute, welche sich nicht einmal kennen, auf unterschiedliche Weise fortführen.

Seine Technik findet Anders eigentlich nicht ganz so wichtig. Er mag es gerne, wenn die Leute erst einmal überlegen müssen, wie das Bild entstanden sein könnte.

Anders has brought some stencils with him. He paints figures and shadows. His work is often based on photographs of people. Sometimes they are strangers, but he has also started asking friends and acquaintances if he can photograph them for his art.

He uses different sheets of paper for his stencils. He cuts shapes out of them and layers the sheets on top of one another in such a way that, once sprayed, contours, light and shadow emerge.

He usually works on large walls so that people can view the images from different angles. But at ibug, he has chosen smaller surfaces so that he can create several images.

His main piece is located in the backstage area. You don’t pass it directly. You can see it through an opening in front of the stairs leading to the loading bay. He particularly liked the existing texture of the wall. The peeling paint, the cracks and the existing tags. He sees his work in this location as part of an ongoing story being told on the wall. And a project that many people, who don’t even know one another, are continuing in their own ways.

Anders doesn’t actually consider his technique all that important. He likes it when people have to stop and think about how the image might have been created.

3 we.n.u

Herkunft: Hong Kong / Deutschland, Berlin
Leben in Berlin

Instagram: @we.n.u

Auf dem Bild gibt es viel zu sehen und es erzählt viele Geschichten.
Lauf das Bild ruhig mehrmals ab und schau dir alle Figuren an.

Welche Geschichte gefällt dir am Besten?

An dem Bild haben 4 unterschiedliche Leute zusammen gearbeitet.

Siehst du einen Unterschied in der Art und Weise, wie die Figuren gemalt sind?

Die WENU-Crew besteht aus vier Mitgliedern: Eric, Friendly, Jenne und Mo. Sie arbeiten seit 2013 gemeinsam und sind zum dritten Mal auf der ibug. 2013 waren sie in Zwickau und 2016 in Limbach dabei.

Die Mitglieder von WENU kommen teilweise aus dem Graffiti-Bereich, aber auch aus Grafikdesign, Illustration und ähnlichen Bereichen. Wenn sie gemeinsam arbeiten, malen sie immer Wimmelbilder. Sie schätzen die ibug als Raum, in dem sie ohne Verwertungslogik agieren können. Ihre Arbeiten entstehen immer in den Farben Schwarz, Weiß und Grau.

Ihr Werk hat einen collageartigen Charakter, da jeder seine individuellen Ideen und Skizzen einbringt. Die Endprodukt der verschiedenen Ideen entsteht erst auf der Wand, sodass es keinen vorherigen Entwurf gibt.

Verbindende Elemente in ihren Arbeiten sind die Häuser,  was den Wimmelbildern  immer etwas Städtisches  verleiht. Sie verwenden eine isometrische Perspektive. Das heißt, sie benutzen eine Methode, mit der sie dreidimensionale Objekte auf einer flachen, zweidimensionalen Fläche darstellen. Dadurch gibt es keinen Fluchtpunkt. Objekte wirken so räumlich, behalten aber überall genau dieselbe Größe und den gleichen Maßstab.

Was die Betrachtenden in dem Bild sehen, ist jeder Person selbst überlassen.  WENU möchte, dass alle, die ihr Bild ansehen, ihre eigene Geschichte in dem Werk finden. Trotzdem gibt sich die Crew immer ein Oberthema für eine Arbeit vor. In, diesem Fall geht es um die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die von links nach rechts als Zeitstrahl dargestellt wird.

The WENU crew has four members: Eric, Friendly, Jenne, and Mo. They have worked together since 2013 and this is their third time at ibug. They took part in 2013 in Zwickau and in 2016 in Limbach.

Some members of WENU come from graffiti, others from graphic design, illustration, and similar fields. When they work together, they always paint busy, detailed scenes full of little pictures. They value ibug as a space where they can work without worrying about selling or profit. Their works are always painted in black, white, and grey.

Their work has a collage-like feel, since each person brings their own ideas and sketches. The don’t make a plan beforehand, so the final piece only comes together on the wall.

A link between their works is the houses, which always give the pictures a city feel. They use an isometric view. This means they use a way of drawing that shows three-dimensional objects on a flat, two-dimensional surface. Because of this, there is no vanishing point. Objects look like they have depth, but they all stay exactly the same size and scale throughout.

What people see in the picture is left up to each viewer. WENU wants everyone who looks at their picture to find their own story in it. Still, the crew always sets an overall theme for their works. In this case, it is about past, present, and future, shown as a timeline from left to right.

4 Guido Zimmermann

Herkunft: Deutschland, Frankfurt am Main

Instagram: @guidozimmermann_art

Auf dem Bild reitet ein Manager auf einem Huhn.
Aber das Huhn läuft rückwärts.

Stell dir vor:
Eine Person bestimmt den Weg.
Aber der Weg ist falsch.

Was können die anderen tun?

Guido hat schon mehrere Male auf der ibug gemalt. Letztes Jahr hat er beim UWE-Festival (UmspannWerk Etzdorf Festival) zufällig Teile des ibug-Teams wieder getroffen. Sie haben ihn ermutigt, sich wieder zu bewerben, weil es in diesem Jahr große Wände gibt. Er malt gerne „brutal groß“, kann aber auch kleine Arbeiten machen.

Meist hat Guidos Kunst eine Botschaft. Das Muskator-Werk ist für ihn ein Symbol der Tierausbeutung. Der Arbeitstitel seines Werks ist „Broiler Revolution“.

Technisch arbeitet er mit Rollen, Flachpinseln, Spraydosen und einem Airless-Farbspritzgerät. Die Außenfassade am Elbufer hatte er sich schon vorher ausgesucht.

Er stand während seiner Arbeit die ganze Zeit auf einer Hebebühne und malte gleichzeitig auf allen Bereichen seiner Fläche. Außerdem hat er zur Geschichte des Werks recherchiert. Der letzte Eigentümer hat das Werk schlecht geführt. Guido sagt: „Sie reiten das Huhn, aber halt falsch herum.“

Er lebt von seiner Kunst und macht viele Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum. Manchmal ist es schwierig, eigene Themen und Botschaften dort unterzubringen, aber er versucht Wege zu finden.

Außerdem baut Guido Kuckucksuhren im Plattenbau Stil. An der  ibug mag er besonders die große Freiheit, die er dort genießt.

Guido has painted at ibug several times before. Last year, he happened to bump into some members of the ibug team again at the UWE Festival. They encouraged him to apply again, as there are some huge walls this year. He likes to paint ‘brutally large’ pieces, but can also produce smaller works.

Guido’s art usually conveys a message. For him, the Muskator sculpture is a symbol of animal exploitation. The working title of this piece is ‘Broiler Revolution’. He has researched the history of the sculpture. The last owner mismanaged it. He says: ‘They’re riding the chicken, but the wrong way round.’

He makes a living from his art and undertakes many commissioned works in public spaces. Sometimes it’s difficult to incorporate his own themes and messages there, but he tries to find ways to do so. He also builds cuckoo clocks in the ‘Plattenbau’ style. What he particularly likes about the ibug is the great freedom he has there.

Technically, he works with rollers, flat brushes, spray cans and an airless paint sprayer. He paints across the entire surface area simultaneously. He had already chosen the exterior façade on the banks of the Elbe beforehand.