1 Anders Gjennestad
Schau die Figur von verschiedenen Seiten an.
Geh in die Hocke.
Leg den Kopf schief.
Kannst du einen neuen Blick finden?
Anders hat Schablonen mitgebracht. Er malt Figuren und Schatten. Grundlage für seine Arbeit sind oft Bilder von Menschen. Manchmal sind es unbekannte Personen, inzwischen fragt er aber auch Freunde und Bekannte, ob er sie für seine Kunst fotografieren darf.
Normalerweise arbeitet er an großen Wänden, damit die Leute die Bilder von verschiedenen Seiten sehen können. Aber auf der ibug hat er kleinere Flächen gewählt, um mehrere Bilder machen zu können.
Diese Arbeit verbindet sich durch die gemalten Bewegungen aktiv mit ihrer Umwelt und steht im Kontext mit der Hüblermühle.
Anders has brought some stencils with him. He paints figures and shadows. His work is often based on pictures of people. Sometimes they are strangers, but he has now also started asking friends and acquaintances if he can photograph them for his art.
He usually works on large walls so that people can see the pictures from different angles. But at ibug, he has chosen smaller surfaces so that he can create several pictures.
This work actively engages its surroundings through the painted movements.
2 Veronika Schneider

Herkunft: Hirschberg an der Saale
Instagram: @veronika__schneider
Siehst du die Kabel?
Sie kommen aus der Säule.
Aber eigentlich gehören sie nicht dorthin.
Veronika hat die Kabel in der alten Mühle gefunden.
Dann hat sie ihnen einen neuen Platz gegeben.
Veronika arbeitet oft mit Dingen, die sie findet.
Sie setzt diese Dinge neu zusammen.
Schau dich im Raum um.
Was ist Kunst?
Was war schon vorher da?
Veronika Schneider ist dieses Jahr zum ersten Mal auf der ibug. Bereits in der Vorbereitungszeit hat sie die Brache besucht und sich den Raum im 5. Geschoss ausgesucht. Ursprünglich sollte dieser Bereich gar nicht für Gäste geöffnet werden. Da der Raum denkmalgeschützt ist, darf hier nichts dauerhaft verändert werden.
Veronika Schneiders Werke lassen sich immer wieder vollständig entfernen. Dabei arbeitet sie mit Materialien, die sie vor Ort findet. Sie legt Dinge übereinander und bildet Schichten. Diese erinnern an geologische Schichten in der Erde, aber auch an die verschiedenen Zeiten und Geschichten eines Ortes.
Veronika sucht auf der Brache nach Dingen, die früher etwas miteinander verbunden haben: Rohre, Kabel oder Schläuche. Früher floss zum Beispiel das Tierfutter durch die Rohre der Fabrik. Heute werden sie dafür nicht mehr gebraucht, manche sind kaputt. Veronika setzt die gefundenen Dinge neu zusammen und schafft damit neue Verbindungen. So verbindet sie zum Beispiel ein altes Rohr mit einer Kabeltrasse. Die Objekte der Brache werden damit zur Kunst und bekommen eine neue Funktion.
Der Titel des Werks ist "Die niedrig hängenden Früchte der Brache".
This is Veronika Schneider’s first time at ibug. She visited the brownfield site during the preparatory phase and chose the space on the 5th floor. Originally, this area was not even intended to be open to visitors. As the room is a listed building, no permanent alterations may be made here.
Veronika Schneider’s works can always be completely dismantled. She works with materials she finds on site. She stacks objects on top of one another to form layers. These are reminiscent of geological strata in the earth, but also of the different eras and histories of a place.
Veronika searches the brownfield site for objects that once connected one thing to another: pipes, cables or hoses. In the past, for example, grain used to flow through the factory’s pipes. Today they are no longer needed for that purpose; some are broken. Veronika reassembles the objects she finds, thereby creating new connections. For example, she connects an old pipe to a cable duct. The objects from the wasteland are thus transformed into art and given a new function.
3 Kirill Stefanov

Kirill zeigt uns ein Bild.
Aber er sagt:
Menschen dürfen dieses Bild gar nicht sehen.
Doch du siehst es gerade.
Kannst du das Bild wieder vergessen?
Früher hat Kirill viele Wandbilder und Graffitis gemacht, jetzt konzentriert er sich mehr auf Installationen. Von der ibug hat er über Freunde erfahren.
In seiner Arbeit spricht er Themen an, die mit Urheberrecht, KI-Kunst und Bildrecht zu tun haben. Sein “Bild” ist ein Text, der erklärt, dass nur er die Rechte an diesem “Bild” besitzt und dass schon das Ansehen des Bildes strafbar ist. So schafft er es, die Betrachtenden mit in seine Arbeit einzubeziehen.
Außerdem stellt er Fragen dazu, wie Menschen sich in der Stadt bewegen, besonders wenn sie durch Schilder und Anweisungen geleitet werden. Er benutzt auch Wasserzeichen, um “öffentlichen” Besitz zu kennzeichnen. Dadurch fragt er nach Urheberschaft, Macht und dem Besitz von Bildern.
Kirill used to create a lot of murals and graffiti; now he focuses more on installations. He heard about ibug through friends.
In his work, he addresses topics related to copyright, AI art, and image rights. His “image” is a text explaining that only he owns the rights to this “image” and that even viewing the image is a criminal offense. In this way, he manages to involve the viewers in his work.
He also explores how people move through the city, especially when guided by signs and instructions. He uses watermarks to mark “public” property. In doing so, he raises questions about authorship, power, and the ownership of images.
